Ergonomie

 

"Das "Müssen" und das "Sollen" sind ungesund. Sie steigern den Blutdruck, verkrampfen die Muskeln und lassen die Blutfettwerte steigen. Das "Dürfen" und das "Wollen" hingegen tun dem Körper gut: Die Muskulatur entspannt sich, der Blutdruck sinkt und das klare Denken wird leichter."
(Zitat Sven Lebort, Gesund bleiben durch Möchten und Wollen)

 

Ergonomie am Arbeitsplatz wird nicht nur durch gesetzliche Vorgaben wie z.B. das Arbeitsschutzgesetz oder die Bildschirmarbeitsverordnung festgelegt, sondern bildet oft einen Teil der Unternehmensphilosophie.
Aber was ist eigentlich Ergonomie am Arbeitsplatz und durch welche Faktoren wird sie bestimmt?

Anpassung der Arbeitsumgebung an die Bedürfnisse des Menschen

 

Nicht nur der unmittelbare Arbeitsplatz bestimmt die Arbeitsbedingungen, sondern auch psychologische und organisatorische Faktoren sind von großer Bedeutung. Diese Bereiche beeinflussen sich gegenseitig und müssen bei der Planung eines ergonomischen Arbeitsplatzes ganzheitlich betrachtet werden.


Alle Faktoren, die den Arbeitsplatz umgeben, wirken sich auf die Leistungsfähigkeit des Menschen aus. Die Gestaltung des Arbeitsumfeldes, das Raumklima, Akustik, Licht und die Möglichkeiten für Pausengestaltung und Kommunikation sind bei einer  ergonomischen Arbeitsplatz-Planung zu berücksichtigen. Die Art der Arbeitsorganisation, z.B. Arbeitsplatzwechsel, Teamarbeit oder die Arbeitsinhalte sind zusätzlich wichtige Einflussfaktoren.
 

Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen bilden einen Schwerpunkt der Ergonomie.

Die Entwicklung des Menschen zum „Sitzwesen“ verursacht vielerlei Beschwerden innerhalb des Muskelskeletts. Ungünstige Körperhaltung durch unzureichende Arbeitsmittel und Bewegungsmangel können nicht nur zu körperlichen Beschwerden sondern auch zu Stress führen. Folge sind Unzufriedenheit, mangelnde Konzentration und verminderte Leistungsfähigkeit.

Psychosoziale Belastungen führen zu geringer Arbeitszufriedenheit: Beispiele hierfür sind monotone Arbeitsinhalte, fehlender Handlungs- und Entscheidungsspielraum und schlechte Arbeitsorganisation (ungeklärte Hierarchien,  schlecht organisierte Arbeitsprozesse, Arbeitszeit…). 

Wandel der Büroarbeit und betriebliches Gesundheitsmanagement

 

Wandel der klassischen Arbeitszeitmodelle in eine moderne Bürowelt: Non-territoriale Arbeitsplätze, flexible Arbeitsabläufe und Desk-Sharing sind längst in vielen Unternehmen Standard.


Neue Büro- und Arbeitskonzepte müssen durch ein gutes und nachhaltiges Change Management des Unternehmens eingeführt werden:
Die individuelle Bewältigungsstrategie für den Einzelnen und Nachhaltigkeit spielen dabei eine große Rolle. Das Eingehen auf individuelle Fähigkeiten der Beschäftigten, Förderung sozialer und fachlicher Kompetenzen ist unerlässlich, um ein Unternehmen erfolgreich in die Arbeitswelt der Zukunft zu führen. Nicht Einzelaktionen, sondern flexible, langlebige Entwicklungsprozesse sind entscheidend.

Eine motivierte Belegschaft und ein gutes Arbeitsklima wünscht sich jedes Unternehmen.

Positive Auswirkungen wie weniger Krankheitsfälle und mehr Produktivität sind direkt spürbar.
Langfristiger Erfolg wird sichtbar durch das Gewinnen und das Binden qualifizierter Mitarbeiter, besserer Qualität aller Arbeitsergebnisse und ein besseres Unternehmensimage.

Verhältnisprävention und Verhaltensprävention:

Eine gute Arbeitsorganisation, das Angebot sinnvoller Kommunikationsmöglichkeiten und eine erholsame Pausengestaltung sind Faktoren, die die Verhältnisprävention beschreiben. Folge sind ein  erhöhtes Wohlbefinden, sinkende Arbeitsbelastung und ein besseres Betriebsklima.


Verhaltensprävention ist individuell orientiert. Gewohnheiten behindern oft die richtige Nutzung  ergonomisch eingerichteter Arbeitsplätze: Motivation und Sensibilisierung nötig. Bei fast 80 %  der Bürodrehstühle ist beispielsweise die Sitzhöhe falsch eingestellt. Durch Vermittlung von Wissen und somit Veränderung des Verhaltens kann präventiv eingegriffen werden und  eine positive und aktive Einstellung des Einzelnen zu seiner unmittelbaren Arbeitsumgebung gefördert werden.